BV HAINSTÄDTER STRASSE, HANAU-KLEINAUHEIM
Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus in Kleinauheim gehört zu den ursprünglichsten seiner Art. Das Objekt aus 1755 hat die ausgeprägte Industriegeschichte des Ortes unbeschadet überdauert. Zum Zeitpunkt des Kaufes hielten wir alle das Objekt für besonders gut erhalten. Der Dachstuhl stand geschlossen und sicher, die Fachwerkstrukturen waren dicht und zeugten von keinerlei statischen Zerrüttungen, wie oft in diesen Bauten zu dokumentieren. Noch hatte keiner Ahnung was uns unter der Aussenfassade erwartete. Der Bau zeigte eine Fachwerksichtigkeit, die jedoch nach näherer Betrachtung sich als überspachtelt und überputzt darstellte. Die Entfernung dieser Schichten brachte immer größere Löcher und Schäden zu Tage bis sich herausstellte, dass ein Großteil der Fachwerkstruktur von aussen so zerstört wurde, dass diese im wirtschaftlichen Sinne nur durch Komplettaustausch zu ersetzen war. Hätte der Maler H. H. doch seinen Auftrag lieber einem Zimmermann übergeben, es wäre so einiges zu Retten gewesen. Durch die Verwendung von falschem Material wie kunststoffvergüteten Spachtelmassen und entsprechend sogenannten wasserdichten Anstrichen hat man dem Gebäude nur noch mehr Schaden zu gefügt. Heute sind die Hofseite und Straßengiebel zu 75% neu. Es waren Mühen, die neuen Balken der alten Optik anzupassen. Wir haben uns darauf geeinigt das Fachwerk nicht mit Eiche sondern mit Nadelholz wie im Bestand vorhanden zu ersetzen. Die zwei Abseiten des Gebäudes werden zukünftig nicht mehr fachwerksichtig bleiben. Sie waren entsprechend der Standsicherheit zu sanieren, mussten jedoch wirtschaftlich betrachtet werden. Einzig vorteilhaft: Die Erweiterung des Gebäudes um ein Esszimmer war hinsichtlich des Bestandserhalt kein Problem mehr. Mit großer Glasfront dient es mit seinen drei Metern lichter Höhe als Ausgleich für die sonst sehr niedrigen teilweise dunklen Räume im Bestand. Licht ist doch durch nichts zu ersetzen. Von außen wird sich der Bau noch eine Weile hinziehen. Vielleicht darf man im neuen Jahr mit dem Verputz der Gefache rechnen. Vielleicht rückt es jedoch auch noch ein Jahr weiter, damit das neue Holz genug Zeit hat sich in Position zu rücken und zu setzen. |
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